Ökologisch und regenerativ

Mit dem neuen Werk setzt Moedel auf Expansionskurs

Auf einem Grundstück von 22.000 m² entstand der erste Abschnitt des neuen Manufakturbetriebs. Mit einer Produktions- und Lagerhalle von knapp 4.000 m² Nutzfläche und einem angegliederten Verwaltungsbau mit fast 1.000 m² Büro- und Ausstellungsflächen bietet es hervorragende Arbeitsbedingungen für Geschäftsleitung und Mitarbeiter.

Die Produktion des Betriebsteils „Visuelle Leitsysteme“ wurde entsprechend den hohen logistischen Anforderungen des Manufakturbetriebes völlig neu konzipiert: Die einzelnen Funktionsbereiche stehen in einem Zusammenhang, der dem Produktionsablauf von der Anlieferung, Lagerung und Produktion bis zum Versand entspricht und können bei Bedarf jeweils unabhängig von anderen Bereichen erweitert werden.

Auf Holz gebaut

Das Moedel Werk II wurde fast vollständig in Holzbauweise und damit aus regenerativen Baustoffen errichtet. Aufgrund der gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise suchten Planer und Bauherr nach einer ebenso wirtschaftlichen wie ökologischen Konstruktionslösung, die zudem noch schnell herstellbar sein sollte. Die Lösung bestand in einer Mischbauweise aus Stahlbetonfertigteilen und Holzrahmenkonstruktion.

Auf einem Grundraster von 5 m x 5 m wurden Stahlbetonfertigteilstützen mit angeformten Fundamenten aufgestellt, darüber liegen Holzleimbinder mit Spannweiten von 20 m als Dachtragwerk. Die Dachfläche selbst wurde aus Holzrahmenbauelementen mit fertiger Dichtung und Dämmung in großen Einzelelementen aufgelegt und zusammengesetzt.

Damit konnte innerhalb von 10 Tagen das komplette Hallenbaufeld von 3.400 m² regensicher überdeckt werden. Die Einzelelemente hatten dabei eine Größe von 2,50 m x 10 m. In gleicher Bauweise wurden die Hallenwände errichtet, jedoch mit einer Außenschale aus Stahlblechpaneelen.

Bei Wand und Dachschale wurde der erforderliche statische Querschnitt von 24 cm voll ausgedämmt und damit ein für Industriebauten ungewöhnlich hoher Dämmstandard erreicht.

Energetisch Innovativ

Die Energie für die Beheizung liefert eine werkseigene Biomasseheizanlage, die mit Hackschnitzel betrieben wird. Halle und Verwaltung werden durch eine Industriefußbodenheizung beheizt, die eine gleichmäßige und angenehme Wärme abstrahlt. Produktionsprozesse und geplante künftige Erweiterungen machen große, zusammenhängende Brandabschnitte erforderlich. Dies führte zum Einbau einer Sprinkleranlage, deren Sprinklertank mit einem Volumen von 600.000 Litern unter der Fertigungshalle angeordnet ist.

Über einen Wärmetauscher wird die Kälte aus dem Sprinklerbehälter zu den Lüftungsgeräten der Verwaltung geführt und an das Leitsystem der Fußbodenheizung angeschlossen. Damit werden ohne energieaufwändige Kühlanlagen sämtliche Bereiche der Verwaltung gekühlt. Die enorme Menge der im Sprinklerwasser gespeicherten Kälteleistung ist rechnerisch für eine Sommerperiode ausreichend. Eine erste Bewährungsprobe hat das System während der heißen Tage im Monat Juli 2010 bereits bestanden.